Heute erzaehle ich Euch endlich von Berlin. Kaum war ich wieder daheim ging es ja auch schon wieder hoch her hier. Dies ist ja momentan eher die Regel als die Ausnahme, und umso schoener war es, dass wir uns diese kleine Pause goennen durften, in einer aufregenden Stadt, mit lieben, interessanten Menschen, die teilweise ja sehr vertraut, aber doch irgendwie neu waren.
Um 3 Uhr ging der Wecker, denn unser Flug ging um 7 von Glasgow. Fruehstueck sparten wir uns bewusst fuer Berlin auf - es winkten deutsche Backwaren!
Schoenefeld ist ein bisschen ausserhalb, aber sobald man in den Bahnhof kommt ist man in Berlin: Graffiti an den Waenden, ein Tuerke bietet nachgemachte Russenhuete feil, Kebabstand, Pizzaduft, Fahrplaene mit Zielen die sich einfach nach Berlin anhoerten.
Wir fuhren zum Zoologischen Garten. 40 Minuten lang sahen wir Berlin vor unserem Fenster entlang gleiten. Aus Vorstadthaeusern und Schrebergaerten werden Hochhaeuser werden Nobelgeschaefte.
Ich wusste noch den Weg zum Kudamm und das Hotel fanden wir auch schnell. Punkt 12. Noch eine Stunde... War ja schon aufgeregt, als wir dann um halb los gingen - so langsam machte sich der Hunger breit und mich verlangte nach einer Tasse Kaffee.
Diese war noch nicht eingenommen, da kam die erste SMS - Watson sass schon im Cafe vor Mimis Hotel.
Es ging los! Das Bloggertreffen war eroeffnet!
Mit schnellen Schritten liefen wir den Kudamm entlang, aber das Hotel kam nicht in Sicht. Nach 20 Minuten (Mein Hotel sollte doch nur 10 Minuten Fussweg von Mimis sein!) rief ich MsMimi im Bus an die mich auf den richtigen Weg schickte. Watson sass sowieso nicht vor ihrem Hotel sondern vor einem anderen. Also lag es nah sie erst dort abzuholen und dann gemeinsam zum "echten" Hotel zu gehen. Bis dahin wuerde auch MsMimi angekommen sein.
Als wir einige (naja, so 20?) Minuten spaeter zum Fenster des einzigen Cafes hinein schauten sah ich nur Paare und eine grellgeschminkte Schwarzhaarige die ganz bestimmt nicht Watson war, aber kaum dass ich die Tuer oeffnete winkte mir aus der Ecke eine junge Frau zu, und das war sie dann auch.
Es war schoen uns endlich zu sehen, aber zunaechst waren wir noch viel zu sehr mit organisatorischen Dingen beschaeftigt: Kaum hatte mein Mann Kaffee und Kaesebroetchen besorgt klingelte das Telefon - MsMimi war angekommen. (Wie machte man sowas eigentlich frueher ohne Handy? Da haben wir doch sicher unheimlich viel Zeit mit Warten verbracht, oder?)
Gottseidank hatten wir alle Fahrkarten (das ist etwas ganz tolles in Berlin - man kauft EINE Karte und kann damit ALLE Verkehrsmittel benutzen) und so konnten wir mit dem Bus zurueck fahren - buchstaeblich vom einen Ende des Kudamms zurueck zum anderen!
Wir fanden dann auch schnell das Hotel und noch waehrend ich sie am Telefon hatte trat Mimi bereits aus dem Haupteingang, ihrerseits das Telefon am Ohr! Das war so schoooen!!
Obwohl man die Gesichter das erste Mal sieht ist man sich nicht fremd. Ich kommentierte dieser Tage beim Watson, das Kennenlernen und Beschnuppern faellt weg, ist unnoetig. Man ist direkt beim "So, was machen wir denn jetzt?"
Gottseidank war ich nicht die einzige die Hunger hatte, und so ging es zunaechst in ein Cafe im Europacenter. Es gab Kaesebroetchen, Kuchen, einen zweiten Kaffee und zum Nachtisch Eis. (Mein Mann verzog sich - er hatte einen seiner geliebten Elektronik-Supermaerkte entdeckt.)
Nun da der Blogfreundesuchstress vorbei und der Magen gefuellt war kehrten meine Lebensgeister zurueck. Den Kudamm auf und ab zu laufen schien jedoch recht unkommunikativ (Leisten konnten wir uns dort ja sowieso nichts!), so suchten wir uns ein Plaetzchen fuer ein weiteres gemuetliches Getraenk.
Und hier entdeckte ich eine neue Gemeinsamkeit zwischen Watson, Mimi, Topcat (mein Mann) und mir: Wir sind alle waehlerisch wo wir uns niederlassen und unser Geld ausgeben. Hardrock-Cafe klang gut, war jedoch laut und da wir nur etwas trinken wollten waren die Tische tabu fuer uns. Rein - Kehrtwendung - raus. In der naechsten Kneipe stank (nee, wirklich!) es nach Zigaretten und sassen lauter alte Herren. Das gleiche.
Schliesslich fanden wir einen Schnellimbiss mit Sitzmoeglichkeit. Es roch nach Imbiss (!) und man spielte typisch deutsche Musik. Herbert Groenemeyer. Das war irgendwie urig. Draussen wurde es langsam dunkel. Wo kann man in Edinburgh hingehen wo es nach Imbiss riecht, Herbert Groenemeyer gespielt wird und man ausschliesslich deutsche Stimmen hoert? Eben.
Leider musste Watson dann auch schon los - ihr Zug nach Hause fuhr dann ab als im Cafe Keese das "grosse" Bloggertreffen anfing. War ja schade, aber Hauptsache wir haben uns gesehen. Der Nachmittag schien kurz, dabei war er doch fast 6 Stunden lang gewesen.
Joy-Lilly
Pro


Ohh, das liest sich schön

Wirklich klasse, dass ihr euch so gut verstanden habt und es so schön miteinander hattet