Dieser Tage erzaehlte ich meinem Vater erstmalig dass ich mich seit laengerer Zeit nach einem anderen Job umsehe. Er war entsetzt: Wie koennte ich nur, in dem momentanen Klima, ich bin doch im oeffentlichen Dienst, was ist denn wenn ich nachher mit nichts dastehe, blablabla... Er sprach sich richtig in Rage.

Ich habe das schon oefter erlebt wen sich eine von uns (meine Schwester und ich) in irgendeine Situation begab die er als gefaehrlich betrachtete: weite Autoreisen, neuer Freund, grosser Kauf, etc.

Wenn ich als Aussenstehende nicht all das andere ueber ihn wissen wuerde, wuerde ich denken: Ach was fuer ein ueberfuersorglicher, beschuetzender Vater das doch ist!

Tatsache ist - er ist tatsaechlich oft extrem beschuetzend wenn... er meint dass uns Schaden droht, der nicht von ihm verursacht wurde.

Er hatte jedoch keine Skrupel uns damals beim Kostgeld auszunehmen ("Wer es sich leisten kann zu sparen/solche Kleider zu tragen kann auch mehr zuhause abgeben!"), uebermaessig viel Hausarbeit zu verlangen und die Ausfuehrung derselben mit koerperlicher Gewalt einzufordern.

Beispiel: Am Anfang war er ja nicht so begeistert von dem Mann meiner Schwester. Er sagte zu mir einmal: "Wenn ich raus finde dass der sie schlaegt, dann ist was los!" Ich glaubte ja nicht was ich hoere - er selber hat meine Schwester selbst als Teenager noch windelweich gepruegelt und meine Mutter so mit Tritten und Faeusten misshandelt dass sie staendig irgendwo blaue Flecken hatte. Ich sagte ihm auch, dass er sowas dann jemandem ueberlassen sollte der nie selber seine Frau misshandelt hat. Daraufhin begann er dann sich zu rechtfertigen und mir "gute Gruende" fuer seine eigene Gewalttaetigkeit aufzuzaehlen.

Mich macht so ein selbstgerechtes und doppelmoralisches Verhalten wuetend, und es deckt sich mit der Meinung meiner Schwester, die oft sagt: Er betrachtet uns als sein Eigentum, mit dem er machen kann was er will. Sein Eigentum beschuetzt man ja auch vor Aussenstehenden. Ich halte es fuer selbstgerecht und doppelmoralisch und bin oft fassungslos dass er die Widersprueche selber nicht sieht.